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Falkner: Ein psychologischer Klassiker
"Falkner" gehört zu Mary Shelleys späten Romanen und verbindet die Form des Gesellschafts- und Bildungsromans mit einer eindringlichen moralischen Fallstudie. Im Zentrum steht die junge Elizabeth Raby, deren Leben mit dem ihres Vormunds Rupert Falkner verflochten ist, eines Mannes, den Schuld, Verlust und ein lange verdrängtes Verbrechen verfolgen. Der Roman entfaltet in ruhiger, reflektierter Prosa Fragen nach Gewissen, Abhängigkeit, Vergebung und weiblicher moralischer Urteilskraft und steht damit im literarischen Kontext des frühen viktorianischen Romans ebenso wie in der Tradition des romantischen psychologischen Erzählens. Mary Shelley, berühmt als Autorin von "Frankenstein", schrieb "Falkner" 1837 in einer späteren Phase ihres Schaffens, geprägt von persönlichen Katastrophen, intellektueller Reife und anhaltender Auseinandersetzung mit Verantwortung und menschlicher Verletzlichkeit. Der Tod Percy Bysshe Shelleys, eigene Verlusterfahrungen und ihr Leben im Kreis der englischen Romantik schärften ihren Blick für zerstörerische Leidenschaften und ethische Selbstprüfung. In "Falkner" zeigt sich daher nicht die Sensationslust des Schauerromans, sondern eine konzentrierte Untersuchung innerer Konflikte und sozialer Bindungen. Wer Mary Shelley jenseits ihres berühmtesten Werkes kennenlernen will, findet hier einen tiefgründigen, unterschätzten Roman. "Falkner" empfiehlt sich Lesern, die psychologische Präzision, moralische Komplexität und die stille Autorität einer großen Schriftstellerin schätzen.
Genre: Classics
Autor: Mary Shelley
Erscheinungsjahr: 2026
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