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Erzählungen aus dem Ries
Melchior Meyrs "Erzählungen aus dem Ries" versammeln Prosastücke, die im schwäbisch-bayerischen Grenzraum des Nördlinger Ries verwurzelt sind und Alltagswelt, Sitten, Frömmigkeit und soziale Spannungen einer ländlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts mit genauer Beobachtung erfassen. Meyr verbindet realistische Milieuschilderung mit poetischer Erinnerungskultur; Dialektnähe, anschauliche Landschaftsbilder und psychologische Aufmerksamkeit verleihen den Texten dokumentarischen Wert und literarische Dichte. Im Kontext des poetischen Realismus erscheinen diese Erzählungen als regionale Literatur im besten Sinne: ortsgebunden, doch auf allgemein menschliche Erfahrungen von Herkunft, Gemeinschaft und Wandel gerichtet. Meyr, 1810 in Nördlingen geboren, entstammte selbst der Welt, die er beschreibt. Seine Herkunft aus dem Ries, seine Ausbildung und seine lebenslange Beschäftigung mit süddeutscher Kultur prägten seinen Blick auf die Spannung zwischen provinzieller Lebensform und geistiger Reflexion. Als Schriftsteller des 19. Jahrhunderts interessierte ihn nicht das Sensationelle, sondern das historisch und sozial Gewachsene; gerade daraus erklärt sich sein Bestreben, regionale Erfahrung literarisch zu bewahren und ihr exemplarische Bedeutung zu geben. Wer die deutsche Erzählliteratur jenseits des Kanons neu entdecken möchte, findet hier ein ebenso aufschlussreiches wie stilistisch reizvolles Buch. "Erzählungen aus dem Ries" empfiehlt sich Lesern, die an Kulturgeschichte, Regionalität und realistischer Prosa interessiert sind, als kluge, fein gearbeitete Annäherung an eine vergangene Lebenswelt.
Genre: Short stories
Autor: Melchior Meyr
Erscheinungsjahr: 2026
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